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PRESSEMITTEILUNGEN

Marsilius-Vorlesung

Europa, deine Menschenrechte

 

Angelika Nußbergerbis 31.12.2019 Vizepräsidentin des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte

                                        Professorin für Rechtswissenschaft, Universität zu Köln

Daniel Müller MKVL

Gehören Menschenrechte zur kulturellen DNA Europas oder sind sie eine ephemere Erscheinung? Wie tief sind sie verankert, wie unumkehrbar ist Erreichtes? Diese Fragen stellen sich mit großer Dringlichkeit angesichts eines zunehmend kontroversen Diskurses über Menschenrechte in Europa. Denjenigen, die alle zentralen Fragen in Staat und Gesellschaft auf der Grundlage der Menschenrechte regeln wollen, stehen jene gegenüber, die darin eine Gefährdung echten demokratischen Entscheidens sehen. Die gemeinsamen Werte-Klammern, mit denen sich Westeuropa nach 1945 und West- und Osteuropa nach 1990 zusammenzuhalten versuchten, drohen überstrapaziert zu werden. Unter der Oberfläche der vage und offen formulierten Konzepte von „Freiheit“, „Gleichheit“ und „Würde“ verbergen sich sehr unterschiedliche Modelle von politischer Kultur und gesellschaftlichem Zusammenleben, die zunehmend offen im Wettbewerb zueinander stehen. Umso mehr man akzeptiert, dass sich der Gehalt der Menschenrechte dynamisch ändert und auf dieser volatilen Grundlage zentrale Fragen des Gemeinwesens entschieden werden, desto mehr bedeutet Definitionsmacht auch politische Macht. Europas Modell mit seinen starken Gerichten, die sich der Politik in den Nationalstaaten, wenn nötig, entgegenzustellen vermochten, war fast sieben Jahrzehnte erfolgreich und einzigartig. In der Gegenwart aber kommt Europa nicht umhin, über Mission und Grenzen des Menschenrechtsschutzes neu nachzudenken.

 

 

 

Donnerstag, 30. Januar 2020, 16 Uhr

Ort: Aula der Alten Universität Heidelberg
Grabengasse 1, 69117 Heidelberg

 

 

Seitenbearbeiter: Geschäftsstelle
Letzte Änderung: 15.01.2020
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