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Philosophische Fakultät

Institut für Europäische Kunstgeschichte

Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
 

Kontakt:


 

Prof. Dr. Rebecca Müller

Fellow-Klasse 2021-22

 

Forschungsgebiete:

Antikenrezeption im Mittelalter; die Malerwerkstatt im 15. Jh., bes. in Venedig und im nordalpinen Raum, hier bes. Werkstattorganisation, Werkgenese, Stilwahl; Schatzkunst, bes. Material, Technik, Verhältnis von Bild und Schrift; Mittelalterliche Künstlerkonzepte und Signaturen; Objekte und Künstler in transkulturellen Dynamiken.

 

Lebenslauf

Rebecca Müller studierte Kunstgeschichte, Mittelalterliche Geschichte und Klassische Archäologie in Tübingen, Rom und Bonn. Mit einer Studie zur Spolienverwendung im mittelalterlichen Genua wurde sie 1999 in Marburg promoviert. Nach einem zweijährigen Volontariat an den Staatlichen Museen zu Berlin arbeitete sie an der Galerie Wittrock, Berlin, und lehrte an der HU Berlin und der Universität Bamberg. Sie war Postdoc am Graduiertenkolleg „Kunstwissenschaft-Denkmalpflege-Bauforschung“ (Bamberg/Berlin) und forschte 2003-2005 in Italien mit Stipendien des Kunsthistorischen Instituts in Florenz-MPI und des Deutschen Studienzentrums Venedig. Sie vertrat eine Juniorprofessur an der Universität Hamburg und war dann als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Frankfurt tätig. 2010 wurde ihr für ihre Forschungen zu Italien der Jacob Burckhardt-Preis verliehen. 2016 habilitierte sie sich mit einer Arbeit zu der venezianischen Malerfamilie Vivarini. Nach Vertretungen an der Universität Augsburg und der LMU München übernahm sie 2019 die Professur für Kunstgeschichte des Mittelalters an der Universität Heidelberg. 2020/21 nahm sie ein Visiting Fellowship am Warburg Institute London wahr (Projekt „Jenseits der Täuschung. Mittelalterliche Gemmen aus Glas“). Seit 2020 ist sie Mitherausgeberin der Zeitschrift 21: Inquiries into Art, History, and the Visual sowie Teilprojektleiterin am SFB 933 (TP „Präsenz des Künstlers. Mittelalterliche Artefakte mit Künstlerinschriften“).



Arbeitsvorhaben

Mensch und Automat

Das Projekt beleuchtet das Verhältnis von Mensch und Automat aus drei Blickwinkeln und verbindet hiermit aktuelle gesellschaftspolitische und technische Problemstellungen zu Künstlicher Intelligenz mit ihrer historischen Perspektivierung. Für die Informatik und den Bereich des maschinellen Lernens liegt der Fokus auf der Bedeutung und den Auswirkungen von Zufall und Determinismus in Entscheidungsprozessen von Automaten. Das Problem der Akzeptanz im Verhältnis zur Nützlichkeit und die ethischen Anforderungen an Automaten stehen im Zentrum des Projekts der Psychologie. Die Kunstgeschichte untersucht im methodischen Kontext der Bild-Text-Forschung, welche Formen historische Automaten angenommen haben und welche Bilder für literarisch imaginierte, fiktive Automaten gefunden wurden. Die unterschiedlichen Ansätze werden in gemeinsamen Fragestellungen zusammengeführt, die den Ausgangspunkt der Arbeit bilden: Ausgehend von dem Problem der Terminologie sollen historische und gegenwärtige visuelle Umsetzungen von Automatenkonzepten und damit verbunden die Wahrnehmung und Wirkung von Automaten untersucht werden. Darauf aufbauend werden die Rolle des Zufalls, Wege der Entscheidungsfindung und der Stellenwert, der dem Verständnis von Funktionsweisen zukommt, in vergleichender Perspektive betrachtet. Ziel ist es, unter diesen spezifischen Fragestellungen das Phänomen des Automaten als künstlichem Gegenüber des Menschen disziplinenübergreifend zu erfassen.

 

Ausgewählte Publikationen:

  • Die Bronze, der Tod und die Erinnerung. Das Grabmal des Wolfhardt von Roth im Augsburger Dom (Hrsg. gemeinsam mit Gerhard Lutz), Passau 2020.

  • Visual Culture and Artistic Transfer, in: A Companion to Medieval Genoa, Hrsg. Carrie Beneš, Leiden/Boston 2018, 293-319.

  • Antike im frühen Mittelalter. Erbe und Innovation (Essay und Katalog), in: Geschichte der bildenden Kunst in Deutschland. Bd. 1: Karolingische und Ottonische Kunst, Hrsg. Bruno Reudenbach, München u.a. 2009, 190-237.

  • HAVE ROMA. Identitätsentwürfe und Antikenkonzepte in Rom und Venedig, in: Geschichtsentwürfe und Identitätsbildung im Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit. 2. Soziale Gruppen und Identitätspraktiken, Hrsg. Ludger Grenzmann/Udo Friedrich/Frank Rexroth, Berlin/Boston 2018, 75-103.

  • Vom Wort zur Kunst. Künstlerische Selbstzeugnisse vom frühen Mittelalter bis in die Gegenwart (Hrsg. gemeinsam mit Helen Barr, Dirk Hildebrandt, Ulrike Kern), Emsdetten 2020

  • Sic Ianua hostes frangit: Spolien und Trophäen im mittelalterlichen Genua, Weimar 2002.

  • Riflessioni sulla percezione di artefatti islamici nella Genova medievale, in: Genova, una capitale del mediterraneo tra Bisanzio e il mondo islamico. Storia, arte e architettura, Hrsg. Alireza Naser Eslami, Mailand 2016, 107-123.

  • Das geträumte Bild: die Marienstatue in Clermont; mit einer Übersetzung der 'visio Rotberti', in: Intellektualisierung und Mystifizierung mittelalterlicher Kunst: "Kultbild": Revision eines Begriffs, Hrsg. Martin Büchsel/Rebecca Müller, Berlin 2010, 99-132.

  • Hrsg., kommentiert und eingel.: Giorgio Vasari, Das Leben der Bellini und des Mantegna, Berlin 2010.

  • Mythenrezeption in karolingischer Zeit - Bilder, Texte, und Bilder in Texten, in: Mittelalterliche Mythenrezeption – Paradigmen und Paradigmenwechsel, Hrsg. Ulrich Rehm, Köln 2018, 81-103.

Seitenbearbeiter: Geschäftsstelle
Letzte Änderung: 30.09.2021
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