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Philosophische Fakultät
Historisches Seminar

Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
 

Kontakt:


 

Prof. Dr. Katja Patzel-Mattern

Fellow-Klasse 2020-21

 

Forschungsgebiete:

Wirtschafts- u. Sozialgeschichte: Erinnerung & Gedächtnis – Wechselwirkungen von Formen subjektiver Aneignung von Vergangenheit u. Anforderungen gesellschaftlicher Orientierung; Wirtschaftskulturgeschichte – Unternehmensgeschichte in institutionalistischer Perspektive; Genderstudies – Differenzkategorien insbes. in ökonomischen Kontexten; Wissenschaftsgeschichte – gesellschaftliche Begründung des Wandels von Wissensbeständen u. methodisch-theoretischen Zugängen zu Wissen.

 

Lebenslauf

Universitärer Werdegang an den Universitäten Heidelberg und Konstanz

  • 09/2015   Professorin für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Historisches Seminar
  • 05/2009  Professorin für Wirtschafts- und Sozialgeschichte (Transcultural Studies), Historisches Seminar
  • 02/2009  Vertretung Professur für Wirtschafts- und Sozialgeschichte (Transcultural Studies), Historisches Seminar
  • 02/2008    Habilitation, Universität Konstanz; venia legendi für Neuere und Neuste Geschichte
  • 10/2007 - 01/2009 Lehrdozentin, Historisches Seminar

Akademische Selbstverwaltung an der Universität Heidelberg

  • Seit 2019   Mitglied des Senats
  • 2018-19   Sprecherin des Historischen Seminars
  • 2017-19   Gleichstellungsbeauftragte der Universität
  • 2016-18   Studiendekanin
  • 2011-17   Gleichstellungsbeauftragte der Philosophischen Fakultät
  • 2012-14   Stellvertretende geschäftsführende Direktorin des Zentrums für Europäische Geschichts- und Kulturwissenschaften

Beruflicher Werdegang

  • 4/2000-1/2001 wissenschaftliche Referentin, Cusanuswerk Bonn
  • 11/1998-12/1999 Volontärin und wissenschaftliche Mitarbeiterin, Landesmuseum für Technik und Arbeit Mannheim (heute TECHNOSEUM)



Arbeitsvorhaben

Wirksamkeit oder Evidenz in der Medizin. Legitimationen des Aderlasses vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart.

Der Aderlass steht paradigmatisch für überkommene Behandlungsmethoden der vormodernen Medizin und ist im Fortschrittsnarrativ der naturwissenschaftlich geprägten Medizin Ausgangspunkt einer Entwicklung, die mit der heutigen evidenzbasierten Medizin endet. Diese Perspektive auf den Aderlass und seine Geschichte hinterfragen und differenzieren eine Medizinhistorikerin, eine Wirtschafts- und Sozialhistorikerin und eine Biomedizinerin. Während die Medizinhistorikerin die bislang kaum untersuchte historische Entwicklung des Aderlasses im 19. und 20. Jahrhundert wissenschaftshistorisch und als Geschichte medizinischer Praktiken in den Blick nimmt, analysiert die Wirtschafts- und Sozialhistorikerin die Geschichte des Blutspendens im 20. Jahrhundert. Hier verbinden sich Vorstellungen von der therapeutischen Wirkung des Aderlasses mit altruistischen Motiven des Helfens sowie ökonomischen Interessen des Handels mit Blutkonserven. Die Biomedizinerin fragt nach dem therapeutischen Einsatz des Aderlasses und seiner medizinischen Evidenz im 21. Jahrhundert. Zusammen mit der Medizinhistorikerin untersucht sie, ab wann Kriterien der evidenzbasierten Medizin Publikationen über den Aderlass bestimmen. Mit der Wirtschafts- und Sozialhistorikerin analysiert sie anhand der Praxis des Blutspendens Wirksamkeit und Wahrnehmung des Aderlasses. Historisch wird herausgearbeitet, welche Akteur*innen und Gesundheitsberufe an dem Aderlass in den jeweiligen Settings beteiligt waren und sind.

 

Ausgewählte Publikationen:

  • Arbeitsbuch institutionelle Wirtschafts- und Unternehmensgeschichte, hg. zusammen mit Clemens Wischermann Martin Lutz und Thilo Jungkind (Perspektiven der Wirtschaftsge- schichte), Stuttgart: Steiner 2015.
  • Krisengeschichte(n): „Krise“ als Leitbegriff und Erzählmuster in kulturwissenschaftlicher Per- spektive, hg. zusammen mit Carla Meyer und Gerrit Jasper Schenk (Beihefte der Viertel- jahrsschrift zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte), Steiner: Stuttgart 2013.
  • Ökonomische Effizienz und gesellschaftlicher Ausgleich. Die industrielle Psychotechnik in der Weimarer Republik (Studien zur Geschichte des Alltags), Steiner: Stuttgart 2010.
  • Geschichte im Zeichen der Erinnerung. Subjektivität und kulturwissenschaftliche Theoriebil- dung (Studien zur Geschichte des Alltags), Steiner: Stuttgart 2002.
  • Von der Unmöglichkeit nicht zu kommunizieren. Unternehmerische Kommunikation nach in- dustriellen Unfällen, BASF 1921 und Hoffmann-La Roche 1976, in: Jahrbuch für Wirt- schaftsgeschichte/Economic History Yearbook (57/2). Wirtschaftskrisen und Krisendiskur- se/Economic crises and the rhetorics of economic, hrsg. von Ingo Köhler und Roman Ross- feld, 425-453, de Gruyter: Berlin 2016.
  • Dispositionen des Individuums“ im Produktionsprozess. Die industrielle Psychotechnik in der Weimarer Republik zwischen Selbstbehauptung, Unternehmenserwartungen und Arbeiterin- teressen. In: Das Selbst zwischen Anpassung und Befreiung, Psychowissen und Politik im 20. Jahrhundert, hrsg. von Maik Tändler und Uffa Jensen, 60-82, Wallstein: Göttingen 2012.
  • Wert und Bewertung des Verleihens. Ein historischer Vergleich als Beitrag zur aktuellen Dis- kussion um Leihmutterschaft, in: Regulierung der Leihmutterschaft. Aktuelle Entwicklungen und interdisziplinäre Herausforderungen, hrsg. von Beate Ditzen und Marc-Phillippe Weller, 9–21, Mohr Siebeck: Tübingen 2018.
  • Frauen in der Revolution, in: Baden und Württemberg 1918/19. Kriegsende – Revolution – Demokratie (Schriften zur politischen Landeskunde Baden-Württembergs, Bd. 48), hrsg. v. Frank Engehausen und Reinhold Weber, 131–153, Kohlhammer: Stuttgart 2018.
  • Der Faktor Zeit. Perspektiven kulturwissenschaftlicher Zeitforschung, hg. zusammen mit Alb- recht Franz (Studien zur Geschichte des Alltags), Steiner: Stuttgart 2015.
  • Das integrative Potential von Elitekulturen, hg. zusammen mit Miriam Gebhardt und Stefan Zahlmann, Steiner: Stuttgart 2013.
Seitenbearbeiter: Geschäftsstelle
Letzte Änderung: 01.04.2020
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