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Medizinische Fakultät Heidelberg
Institut für Geschichte und Ethik der Medizin

Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
 

Kontakt:


 

Prof. Dr. Karen Nolte

Fellow-Klasse 2020-21

 

Forschungsgebiete:

Zur Geschichte von Psychiatrie, Gynäkologie/Geburtshilfe im 19. und 20. Jahrhundert forsche ich in wissenschafts-, sozial- und geschlechterhistorischer Perspektive. Weitere Themen sind: Objektgeschichte der Chirurgie im 18. und 19. Jahrhundert, medizinische Ethik und Pflegeethik und materielle Kultur von Medizin und Pflege, Geschichte der Krankenpflege sowie nichtärztlicher Gesundheitsberufe sowie die im 19. und 20. Jahrhundert.

 

Lebenslauf

  • Seit Februar 2018 Professorin für Geschichte und Ethik der Medizin und Direktorin am gleichnamigen Institut der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
  • Bis Januar 2018 Akademische Rätin und Kustodin der Medizinhistorischen Sammlungen am Institut für Geschichte der Medizin in Würzburg.
  • 2017–2018: Mitglied in der Ethikkommision der Medizinischen Fakultät der Universität Würzburg
  • 2010 Habilitation: „Eine Alltagsgeschichte medizinischer Ethik – Umgang mit Schwerkranken und Sterbenden im 19. Jahrhundert“. Zweites Buch: Todkrank. Sterbebegleitung im 19. Jahrhundert: Medizin, Krankenpflege und Religion, Göttingen: Wallstein 2016.
  • 2000–2002: Promotion an der Universität Kassel, Dissertation: „Gelebte Hysterie. Erfahrung, Eigensinn und psychiatrische Diskurse im Anstaltsalltag um 1900“
  • 1997–2000: Frauenbeauftragte der Philosophischen Fakultät, Universität Göttingen 1991–1997: Studium der Mittleren und Neueren Geschichte, Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie und Soziologie in Göttingen (M.A.)
  • 1988–1991: Ausbildung zur Krankenschwester der Erwachsenenpflege in Celle; Gründerin und Mitherausgeberin des von der DFG geförderten EJournals „European Journal for Nursing History and Ethics“ (www.ehne.eu), Mitherausgeberin der Zeitschrift NTM. Zeit- schrift für Wissenschaftsgeschichte
  • Seit Juni 2019: Vorsitzende des Fachverbands Medizingeschichte e.V.



Arbeitsvorhaben

Wirksamkeit oder Evidenz in der Medizin. Legitimationen des Aderlasses vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart.

Der Aderlass steht paradigmatisch für überkommene Behandlungsmethoden der vormodernen Medizin und ist im Fortschrittsnarrativ der naturwissenschaftlich geprägten Medizin Ausgangspunkt einer Entwicklung, die mit der heutigen evidenzbasierten Medizin endet. Diese Perspektive auf den Aderlass und seine Geschichte hinterfragen und differenzieren eine Medizinhistorikerin, eine Wirtschafts- und Sozialhistorikerin und eine Biomedizinerin. Während die Medizinhistorikerin die bislang kaum untersuchte historische Entwicklung des Aderlasses im 19. und 20. Jahrhundert wissenschaftshistorisch und als Geschichte medizinischer Praktiken in den Blick nimmt, analysiert die Wirtschafts- und Sozialhistorikerin die Geschichte des Blutspendens im 20. Jahrhundert. Hier verbinden sich Vorstellungen von der therapeutischen Wirkung des Aderlasses mit altruistischen Motiven des Helfens sowie ökonomischen Interessen des Handels mit Blutkonserven. Die Biomedizinerin fragt nach dem therapeutischen Einsatz des Aderlasses und seiner medizinischen Evidenz im 21. Jahrhundert. Zusammen mit der Medizinhistorikerin untersucht sie, ab wann Kriterien der evidenzbasierten Medizin Publikationen über den Aderlass bestimmen. Mit der Wirtschafts- und Sozialhistorikerin analysiert sie anhand der Praxis des Blutspendens Wirksamkeit und Wahrnehmung des Aderlasses. Historisch wird herausgearbeitet, welche Akteur*innen und Gesundheitsberufe an dem Aderlass in den jeweiligen Settings beteiligt waren und sind.

 

Ausgewählte Publikationen:

  • Todkrank. Sterbebegleitung im 19. Jahrhundert: Medizin, Krankenpflege und Religion, Göttingen: Wallstein-Verlag 2016.
  • Gelebte Hysterie. Erfahrung, Eigensinn und psychiatrische Diskurse im Anstaltsalltag um 1900 [Reihe: Geschichte und Geschlechter, Bd. 42], Frankfurt/Main – New York: Campus 2003.
  • Mit Hähner-Rombach, S (Hg.). Patients and Social Practice of Psychiatric Nursing in the 19th and 20th Century, Stuttgart: Steiner Verlag 2017.
  • Mit Kreutzer, S (Hg.). Deaconesses in Nursing Care – International Transfer of a Female Model of Life and Work in the 19th and 20th Century, [Medizin, Gesellschaft und Geschichte. Jahrbuch des Instituts für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung, Beiheft 62], Stuttgart: Steiner Verlag 2016.
  • Mit Fangerau H (Hg.). »Moderne« Anstaltspsychiatrie im 19. und 20. Jahrhundert – Legiti- mation und Kritik [Medizin, Gesellschaft und Geschichte. Jahrbuch des Instituts für Ge- schichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung, Beiheft 26], Stuttgart: Steiner Verlag 2006.
  • Mit Christine E. Hallett. Crossing the Boundaries. Nursing, Materiality and Anaesthetic Prac- tice in Germany and Britain, 1846–1945, in: European Journal for Nursing History and Ethics 1/2019, 40– 66. DOI: 10.25974/enhe2019-4en.
  • »Leiden mit Geduld« – Schmerz und Geschlecht im 19. Jahrhundert: Praxistheoretische Re- konstruktionen, in: GENDER – Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft, 10/2018, 1, 29–46.
  • The Debate on ›Nurse Anaesthetists‹ in West Germany during the 1950s and 1960s, in: Pfütsch. P (Hg.). Marketplace, Power, Prestige. The Healthcare Professions’ Struggle for Recognition [MedGG, Beiheft 70], Stuttgart: Steiner Verlag 2019, 21–35.
  • Hospital und Klinik, in: Sommer, M; Müller–Wille, St; Reinhardt, C (Hg.). Handbuch Wissen- schaftsgeschichte, Stuttgart: Verlag J.B. Metzler 2017, 201–210.
  • Mit Kinzelbach, A; Neuner, S. Medicine in practice: knowledge, diagnosis and therapy, in: Martin Dinges, Kay Peter Jankrift, Sabine Schlegelmilch, Michael Stolberg (Hg.): Medical practice (1600–1900): Physicians and their patients [=Clio medica, 96], Amsterdam: Brill Rodopi 2016, 99–130.
Seitenbearbeiter: Geschäftsstelle
Letzte Änderung: 01.04.2020
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