Bereichsbild

Winterschule 2011

 

Der (un)durchsichtige Mensch.
Wie weit reicht der Blick in die Person?

Winterschule des Marsilius-Kollegs der Universität Heidelberg, 07.02. – 16.02.2011

 

Winterschule Gruppenbild
Teilnehemr/innen und Dozent(inn)en der Marsilius Winterschule 2011

 

Konzeption

 

Klassische Konzepte menschlicher Personalität beruhen oft auf einem Wechselspiel von „Innen” und “Außen”: Die Person ist einerseits Teilnehmer und Rollenträger einer sozialen Gemein­schaft, andererseits verfügt sie über eine private, für andere nicht direkt zugängliche Innen­dimension als Grundlage ihrer Autonomie. Selbstreflexion, religiöse Versenkung oder tiefen­psychologisch geleitete Selbsterfahrung galten als bevorzugte Zugänge der Person zu ihrer Innendimension, während andere sich ihr nur über die Ausdruckskommunikation und das sprachliche Verstehen nähern konnten.

 

In der Gegenwart ist nun eine Verschiebung im Verhältnis von Innerem und Äußerem zu be­obachten. Personalität wird einerseits zunehmend als „äußerlich“ verstanden, andererseits auch für den Blick von außen her durchsichtig. Viele Individuen der Gegenwart suchen ihre Identität eher in ihrer Außenwirkung und exponieren sich dazu selbst in medialen Öffentlich­keiten vor dem Blick der anderen. Zugleich werden bio- und informationstechnologisch ver­fügbare Daten mehr und mehr zur Grundlage der Definition von Personalität: Die Genetik beginnt mit der Totalsequenzierung individueller Genome; die Hirnforschung schickt sich an, mittels Scannern die verborgene Innenwelt der Person auszuleuchten, am Ende noch ihre „Gedanken zu lesen“; und aus den elektronischen oder biologischen Datenspuren, die eine Person hinterlässt, kann jederzeit ihr individuelles Profil erzeugt werden.

 

Mit dieser Umgewichtung sind Hoffnungen und Befürchtungen verbunden, die jeweils eng mit dem zugrunde gelegten Verständnis von Personalität verknüpft sind. Auf der Suche nach Wegmarken müssen sowohl die klassischen Konzepte der Person neu befragt, die neuen tech­nischen Möglichkeiten möglichst präzise erfasst und ihre Konsequenzen diskutiert werden. Leitend sollen dabei die Fragen sein,

(1)   inwieweit die Innen-Außen-Differenz für Personen konstitutiv ist,

(2)   welche Zugänge zur Person verschiedene Disziplinen ermöglichen,

(3)   inwieweit technisch gewonnene Daten Personen zu erfassen vermögen, und

(4)   welche ethischen und rechtlichen Konsequenzen sich aus der zunehmenden „Durchsich­tigkeit“ von Personen ergeben.

 

Die Winterschule gliederte sich in folgende Themenblöcke:

 

I. Biologische Zugänge I: Humangenetik

(Leitung: Prof. Dr. Claus Bartram)

II. Biologische Zugänge II: Neurobiologie

(Leitung: Prof. Dr. Dr. Thomas Fuchs)

III. Philosophische und theologische Zugänge: Klassische Personenkonzepte

(Leitung: Prof. Dr. Klaus Tanner)

IV. Psychologische und soziologische Zugänge

(Leitung: Prof. Dr. Thomas Fuchs)

V. Ethische und rechtliche Implikationen und Konsequenzen

(Leitung: Prof. Dr. Monika Bobbert, Prof. Dr. Dieter Dölling)

 

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Letzte Änderung: 05.10.2012
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