Veranstaltungen

Sommersemester 2018

I. Interdisziplinäres Kolloquium

Das interdisziplinäre Kolloquium findet als Blockveranstaltung in Absprache mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt. Studierende, die im Kolloquium vortragen wollen, können sich über das Anmeldungsformular online vormerken lassen. Sie sollten alle anderen erforderlichen Leistungen für das Marsilius-Zertifikat bereits erbracht haben (siehe Satzung). Die Veranstaltungstermine werden in Absprache mit den Referierenden festgelegt.

 

II. Brückenveranstaltungen

 

1) Datenverarbeitung in der Biomedizin: technische, normative und gesellschaftliche Herausforderungen

Dr. rer. nat. Jan Korbel

Dr. iur. Fruzsina Molnár-Gábor

Form: Blockseminar

Donnerstag, 05.04.2018, 09:00-12:00 Uhr am EMBL (Vorbesprechung und Führung)

Montag, 23.04.2018, 09:00-18:00 Uhr

Dienstag, 24.04.2018, 09:00-18:00 Uhr

Laborbesuch im DKFZ, Termin wird noch angekündigt.

Ort: Marsilius-Kolleg, INF 130.1, Seminarraum 1 bzw. 2

Die biomedizinische Datenverarbeitung hat in den letzten Jahren eine enorme Rolle bei der Entwicklung des Verständnisses über Krankheiten gewonnen, insbesondere über genetisch bestimmte Erkrankungen. Sie hat wesentlich zur Etablierung der translationalen Medizin in der Krebsforschung sowie bei anderen Erkrankungen beigetragen. Bei der Entschlüsselung und Diagnostizierung von Krankheiten werden bereits auf der Forschungsebene verschiedene Arten von Daten herangezogen (sensible Daten wie Genomdaten, personenbezogene Daten, Lebensführungsdaten, etc.), die später auch die Behandlung beeinflussen. Durch Big Data-Forschung (Terabyte-Mengen an Daten) und Data Mining kann auch zukunftsgerichtetes Wissen über die Betroffenen entstehen. Aufgrund multizentraler und grenzüberschreitender Forschungskooperationen können Ergebnisse schneller und verlässlicher erzielt werden. Durch solche Vorhaben entstehen allerdings neue Herausforderungen auf der technologischen, normativen sowie gesellschaftlichen Ebene. Die Bioinformatik bedarf geeigneter technologischer Lösungen wie Cloud Computing für die Durchführung der Analysen. Das sogenannte Deep Learning gilt als neue vielversprechende Methode zur Datenanalyse in diesem Kontext. Der internationale Datenaustausch wird durch unterschiedliche rechtliche Regulierungen zum Datenschutz erschwert. Die Rolle des Forschers in Bezug auf die Einwilligung und Ergebnisrückmeldung muss normativ neu erschlossen werden. Die Etablierung privater Akteure auf dem Gesundheitsmarkt verlangt nach einer Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Grenzen datengetriebener Biomedizin auf der gesellschaftlicher Ebene (Datenansammlungen in Firmen, Direct-to-Consumer tests, z.B. 23andme, Google, Facebook). Die Seminarthemen werden diesen Herausforderungen entsprechend definiert und in interdisziplinären Tandempaaren durch die Studierenden bearbeitet.

2) Platons „Timaios“ als Grundtext von Physik und Metaphysik

Prof. Dr. Dr. h.c. Jens Halfwassen

Prof. Dr. Manfred Salmhofer

Form: Blockseminar

Termine werden noch bekannt gegeben.

Ort: 

wird noch bekannt gegeben.

Platons Timaios gehört zu den bedeutendsten und wirkungsmächtigsten Texten der Philosophiegeschichte. Er schildert in der Form eines philosophischen Mythos die Erschaffung der Welt durch einen Schöpfergott, den „Demiurgen“. Aus diesem Grunde wurde der Dialog für die jüdische und christliche Rezeption der griechischen Metaphysik zentral, er beeinflußte den Gottesbegriff und den Schöpfungsgedanken der drei westlichen monotheistischen Religionen. Darüber hinaus ist der Dialog aber auch wichtig für die Ideenlehre Platons, für die Lehre von der Weltseele und für die Unterscheidung von Ewigkeit und Zeit.

Nicht zuletzt formuliert der Dialog das Programm einer mathematisierten Naturwissenschaft (das erst in der Neuzeit eingelöst wurde) und entwickelt einen Materiebegriff, der gerade im Blick auf die moderne Quantenphysik erstaunlich aktuell anmutet – insbesondere waren Werner Heisenberg und Carl-Friedrich von Weizsäcker stark von Platons Philosophie beeinflusst. Die Quantenmechanik, wie sie von Heisenberg und (unabhängig) von Schrödinger formuliert wurde, ist ein Paradebeispiel der mathematisierten Naturwissenschaft, und gleichzeitig eine der empirisch erfolgreichsten Theorien der Physik überhaupt. Die abstrakten mathematischen Konzepte der Quantenmechanik erlauben eine außerordentlich klare und präzise Formulierung der Grundgleichungen und ihrer Lösungen; über den ontologischen Gehalt der Theorie gibt es aber weit auseinandergehende Meinungen.

In diesem Brückenseminar stellen wir Timaios in den Kontext der Erkenntnisse der modernen Physik, insbesondere der Quantentheorie und Quantenfeldtheorie, und untersuchen in einem interdisziplinären Diskurs, wie Begriffsbildungen und Ergebnisse der modernen Naturwissenschaft zur platonischen Philosophie passen. Wegen der Fülle der Themen und der Dichte des Textes lesen wir von Timaios nur den philosophischen Hauptteil 27 C – 56 C, sowie begleitend Texte, die Physiker wie Heisenberg, Pauli, Schrödinger, Bell und Feynman über philosophische Konsequenzen und offene Fragen der Quantenphysik verfasst haben. Um Studierenden verschiedener Fächer die Teilnahme zu ermöglichen, lesen wir den Dialog Platons in der zuverlässigen deutschen Übersetzung von Rudolf Rufener (Artemis), und wählen aus der physikalischen Literatur allgemeinverständliche Darstellungen.

 

3) Sichtbarkeit des Menschen – Bildgebung in Medizin und Religion

PD Dr. Jens Keßler

Prof. Dr. Joachim Kirsch

Prof. Dr. Philipp Stoellger

Form: Blockseminar

Dienstag, 17.04.2018, 13:00 Uhr (Vorbesprechung)

Freitag, 18.05.2018, 09:00-21:00 Uhr

Ort:

Marsilius-Kolleg, INF 130.1, Seminarraum 2

Menschenbilder werden von der Sichtbarkeit des Menschen und den Arten und Weisen von ‚Bildgebung’ bestimmt. Das ‚Medienzeitalter’ hat die Macht der Bilder durch und durch technisch imprägniert und rasant weiterentwickelt. Wir glauben an das Bild, selbst wenn es technisch verfälscht wird. Mehr noch: Das Bild, egal ob Zeichnung, Foto oder medizinisch-technische Darstellung, entwickelt aufgrund seiner vom Betrachter empfundenen ästhetischen Eigenschaften eine Eigendynamik und hat dadurch eine, dem Text überlegen scheinende, Deutungsmacht.

Das Brückenseminar „Sichtbarkeit des Menschen – Bildgebung in Medizin und Religion“ soll dazu beitragen, ein Bewusstsein für diesen Wandel zu schaffen und darüber hinaus eine Reihe bedeutender Fragen aufzuarbeiten und zu erforschen: Was sind die besonderen Kompetenzen von Bildern? Warum lassen sich Menschen von Bildern leichter faszinieren als vom gesprochenen Wort? Welche praktischen Beispiele verdeutlichen den Wandel vom Sagen zum Zeigen? Welche Bedeutung hat die Bildgebung für die Wissenschaftskulturen in Medizin und Religion? Und schließlich: Welche Informationen können Bilder nicht transportieren und welche Missverständnisse ergeben sich daraus?

Neben der theoretischen Aufarbeitung dieser Fragestellungen erhalten die Teilnehmenden die Möglichkeit, im Rahmen einer geführten Exkursion in das Institut für Anatomie und durch angeleitete Ultraschallübungen am eigenen Körper, die medizinisch-technische Bilddarstellung auf sehr ungewohnte Weise praktisch zu erfahren.

III. Disziplinäre Veranstaltungen für fachfremde Studierende

 

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Seitenbearbeiter: Geschäftsstelle
Letzte Änderung: 23.02.2018
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