MK-Schriftenreihe

Die "Schriften des Marsilius-Kollegs" sind eine wissenschaftliche Buchreihe des Marsilius-Kollegs, die im Universitätsverlag Winter Heidelberg erscheint. Sie soll die wissenschaftliche Arbeit des Marsilius-Kollegs dokumentieren und den Mitgliedern des Marsilius-Kollegs die Möglichkeit geben, herausragende Ergebnisse ihrer interdisziplinären Forschung zu veröffentlichen. Wichtige Bestandteile der Schriftenreihe sind die Marsilius-Vorlesungen sowie die Beiträge zu den Winter- und Sommerschulen des Kollegs.

Die Bände können im Buchhandel und direkt beim Universitätsverlag WINTER Heidelberg bestellt werden.

 

Bände:

 

Band 15 Cover klein

Band 15:

Klaus Tanner
Paul Kirchhof
Matthias Graf v.d. Schulenburg
Rüdiger Wolfrum
Gösta Ganter
Fruzsina Molnár-Gábor
Martin Frank
Marika Plöthner

Genomanalysen als Informationseingriff

Ethische, juristische und ökonomische Analysen zum prädiktiven Potential der Genomsequenzierung

Durch genomweite Analysen werden vielfältige gesundheitsrelevante Informationen über eine Person gewonnen. Solche Informationen können die Behandlung von Krankheiten verbessern. Sie ermöglichen aber auch Vorhersagen, ob eine Person und deren Verwandte in Zukunft möglicherweise erkranken werden. Der neuartige Charakter des Informationseingriffs und sein prädiktive Potential bedürfen der ethischen, juristischen und ökonomischen Reflexion, damit diese Technologie zum Wohl der Patienten, der Familienangehörigen und der Solidargemeinschaft eingesetzt werden kann. Die vorliegende Schrift leistet mit ihren interdisziplinären, vom BMBF finanzierten Analysen dazu einen Beitrag. Grundlagen für einen ethisch und juristisch verantwortbaren Einsatz der Genomsequenzierung zu medizinischen Zwecken werden erörtert und Eckpunkte für Kostenanalysen sowie Elemente einer “Guten klinischen Praxis” präsentiert.

Band14

Band 14:

Annette Kämmerer
Thomas Kuner
Thomas Maissen
Michael Wink (Hg.)

Gewalt und Altruismus

Interdisziplinäre Annäherungen an ein grundlegendes Thema des Humanen

 

Gewalt und Altruismus sind alltägliche Phänomene der meisten Lebewesen. Hinter beiden Begriffen stehen komplexe Verhaltensstrategien, die tief in der Natur verwurzelt sind, aber auch in den menschlichen Kulturen. Dies wirft zahlreiche empirische und normative Fragen von hoher wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Relevanz auf. Wie haben sich Gewalt und Altruismus evolutionär und historisch-kulturell verändert oder angepasst? Welchen spezifischen Nutzen haben Gewalt und Altruismus für diejenigen, die sie anwenden? Sind sie möglichweise sogar komplementär auf ähnliche Ziele ausgerichtet? Welche neurobiologischen Prozesse lassen sich erkennen? Ist Gewalt eine psychische Krankheit? Welche gesellschaftlichen Lernprozesse vermitteln Gewalt und Altruismus? Der vorliegende Band nähert sich diesen Fragenkomplexen in einer multi- und interdisziplinäre Herangehensweise. Er vereint Aufsätze und Kommentare aus den Fächern Biologie, Medizin, Psychologie, Ethnologie, Soziologie, Geschichtswissenschaften und Philosophie. Diese Perspektiven- und Methodenvielfalt ermöglicht ein besseres Verständnis der komplexen Phänomene und soll dazu anregen, auch im öffentlichen Diskurs differenzierter über Gewalt und Altruismus zu handeln.

Cover-veranuenning

Band 13:

Holm-Hadulla, Rainer M.
Draguhn, Andreas (Hg.)

Die vielen Gesichter der Depression Ursachen, Erscheinungsformen und Behandlungsweisen

 

Depressionen zählen zu den häufigsten Erkrankungen weltweit. Viele Wissenschaften sind an ihrer Erforschung beteiligt. Aus den verschiedenen Perspektiven resultieren unterschiedliche Behandlungsweisen. Die Annahme einer biochemischen Störung führt zu anderen Behandlungsschwerpunkten als die Überzeugung,dass Depressionen in erlernter Hilflosigkeit oder ungelösten psychischen Konflikten begründet sind. Noch unterschiedlicher werden die therapeutischen Strategien, wenn sich herausstellt, dass depressive Verstimmungen durch traumatische Erfahrungen, soziale Überforderung oder eine verfehlte Lebensführung bedingt sind. Meistens wirken diese Faktoren zusammen. Aus diesem Grund müssen Ärzte und Psychologen, Ökonomen und Politiker die vielschichtigen Ursachen und Erscheinungsformen kennen, um sinnvoll mit dieser »Zeitkrankheit« umgehen zu können. Und nicht zuletzt profitieren Betroffene von der Möglichkeit, ihre Verstimmungen aus ganz verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten und zu reflektieren. In diesem Buch erläutern renommierte Wissenschaftler aus den relevanten Disziplinen dem Leser ihren jeweiligen Zugang zum Phänomen der Depression. Nur auf dem Boden eines differenzierten Verstehens können die jeweils geeigneten Behandlungsmaßnahmen gefunden werden.

Cover-veranuenning

Band 12:

Rheinberger, Hans-Jörg

Natur und Kultur im Spiegel des Wissens

 

Der Zwei-Kulturen-These zufolge haben sich die Naturwissenschaften und die Geisteswissenschaften im 20. Jahrhundert in einander nicht mehr verstehende Bereiche des Wissens auseinander gelebt. Im vorliegenden Text wird diese Schwarz-Weiß-Zeichnung mehrfach aufgebrochen. Zunächst wird die Dynamik der Disziplinen am Beispiel der Geschichte der Biologievorgestellt. Disziplinen sind historisch sich dramatischverändernde Gebilde. Sodann werden – unter anderem anhandvon Texten Cassirers, Mannheims, Bachelards und Bourdieus– Konzepte von Natur und Kultur einerseits sowie vonWissensformationen jenseits der Disziplinen andererseits diskutiert. Letztere kann man als eine Reaktion darauf verstehen, dass sich die disziplinäre Dichotomie von Natur und Geist im Laufe des 20. Jahrhunderts grundlegend zu wandeln begonnen hat. Das Plädoyer des Wissenschaftshistorikers gilt nicht nur dem historischen Rückblick, sondern auch einer neuen Kultur der gegenseitigen Herein- und Herausforderung in einem nicht mehr dual verstehbaren, sondern irreduzibel plural gewordenen Universum des Wissens.

Cover-veranuenning

Band 11:

Nünning, Vera

Reading Fictions, Changing Minds: The Cognitive Value of Fiction

 

This book explores a phenomenon that has so far mainly been studied by psychologists and neuroscientists who are interested in how fictional stories can change readers’ beliefs and even improve their abilities to understand others. ‘Reading Fictions, Changing Minds’ tries to redress the balance by combining concepts from narrative theory with insights from psychology in order to analyse why and how reading fictional narratives can enhance our cognitive abilities. In order to achieve a better understanding of the cognitive value of reading fiction, the book on the one hand applies concepts taken from psychology and the neurosciences to explore the cognitive potential of specific features of fictional stories. On the other hand, it uses insights from narrative theory to examine to what extent narrative is involved in making sense of human experiences. It is argued that engaging with fictional narratives can hone readers’ skills of understanding other human beings, improve their narrative competence and serve as a privileged means of social learning for adults.

Band 10 - Interdisziplin _re Anthropologie

Band 10:

Breyer, Thiemo
Etzelmüller, Gregor
Fuchs, Thomas
Schwarzkopf, Grit (Hg.)

Interdisziplinäre Anthrpologie: Leib – Geist – Kultur

 

Das traditionelle Selbstverständnis des Menschen in der westlichen Kultur ist gekennzeichnet von dem Dualismus von Natur und Kultur oder Körper und Geist. Demgegenüber fassen neuere Konzeptionen des "verkörperten Geistes" (embodied mind) zunehmend die Wechselwirkungen von biologischer, anthropologischer und kultureller Evolution ins Auge. Damit dynamisiert sich der traditionelle Gegensatz von Natur und Kultur zu einem Prozess, in dem die beiden Momente ineinander verschränkt sind und sich wechselseitig bestimmen. Auf dieser Basis lässt sich die Kontinuität der menschlichen Evolution als stufenförmige Transformation der gesamten körperlichen Struktur des Lebewesens Mensch begreifen.

Der Band vereint geistes-, kultur- und naturwissenschaftliche Perspektiven auf unterschiedlichen Ebenen und Zeitskalen der menschlichen Entwicklung und trägt damit zur Grundlegung des neuen Forschungsgebiets einer Interdisziplinären Anthropologie bei.

cover band 9

Band 9:

von Poser, Alexis
Fuchs, Thomas
Wassmann, Jürg (Hg.)

Formen menschlicher Personalität

 

Von 2008 bis 2011 wurde am Marsilius-Kolleg der Universität Heidelberg das interdisziplinäre Forschungsprojekt „Menschenbild und Menschenwürde“ durchgeführt. Dabei trat in den Diskussionen immer wieder die grundlegende Bedeutung des Begriffs der menschlichen Person hervor: Jede sich mit dem Menschen befassende Wissenschaft hat für sich eine mehr oder minder explizite Konzeption von Personalität entwickelt, auf deren Basis sie menschliche Phänomene untersucht.

Daher werden in diesem Band Personenkonzepte aus einigen an dem Projekt beteiligten Wissenschaften einander gegenüber gestellt. Im Fokus stehen unter anderem die Relationalität der Person und deren jeweilige Gewichtung, die Frage nach dem Beginn und Ende des Personenstatus und das Problem des Selbstbestimmungsvermögens der Person. Zehn Beiträge aus der Ethnologie, den Rechtswissenschaften, der Theologie, der Gerontologie, der Psychiatrie und der Philosophie zeichnen ein vielfältiges Bild und erlauben einen Vergleich, der Gemeinsamkeiten ebenso wie Unterschiede der Disziplinen in dieser Frage deutlich werden lässt. So leistet der Band einen wichtigen Beitrag zum gegenseitigen Verständnis der Wissenschaften.

 

cover band 8

Band 8:

Bartram, Claus R.
Bobbert, Monika
Dölling, Dieter
Fuchs, Thomas
Schwarzkopf, Grit
Tanner, Klaus (Hg.)

Der (un)durchsichtige Mensch

Wie weit reicht der Blick in die Person

 

Der Begriff der Person ist ein Schlüsselbegriff unseres Selbstverständnisses. Die wissenschaftlich-technischen Fortschritte in der Erfassung individueller Merkmale der Person werfen jedoch neue Fragen auf: Inwieweit vermögen Daten der Humangenetik und der Hirnforschung Personen zu erfassen? Wie wird die Person im Blick des Anderen verstanden? Welche normativen Konsequenzen ergeben sich aus der zunehmenden „Durchsichtigkeit“ von Personen? – Siebzehn Beiträge aus Medizin, Natur-, Geistes-, Sozial- und Rechtswissenschaften widmen sich der Problematik des Personenbegriffs und ermöglichen einen repräsentativen Einblick in die Fragestellungen, Methoden und Grundannahmen ihres jeweiligen Faches. Der Band dokumentiert so den Stand der wissenschaftlichen Diskussion eines zentralen Themas unseres Verhältnisses zu uns selbst.

Rezension: KommBuch.com

cover band 7

Band 7:

Schröder, Johannes
Pohlmann, Markus (Hg.)

Gesund altern

Individuelle und gesellschaftliche Herausforderungen

 

Der demographische Wandel wird in der öffentlichen Debatte überwiegend als eine Bedrohung dargestellt. Ohne die Probleme einer alternden Gesellschaft zu negieren, zeigt der vorliegende Sammelband dagegen auf, welche Chancen und Möglichkeiten in dieser Entwicklung liegen. So geht die steigende Lebenserwartung einher mit der Entwicklung, dass auch die Leistungsfähigkeit älterer Menschen besser und länger erhalten bleibt. Diese Entwicklung könnte durch präventive Maßnahmen unterstützt werden, die bei der Lebensführung des Einzelnen als auch bei den gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Rahmenbedingungen ansetzen. Besondere Aufmerksamkeit wird der Prävention demenzieller Erkrankungen und der Bedeutung von sozial- und gesundheitspolitischen Maßnahmen gewidmet. Dabei kommen Experten aus den Bereichen Neurowissenschaften, Gerontologie, Psychologie, Soziologie, Ökonomie, Linguistik, Kulturwissenschaft und Politik zu Wort.

 

Pirner

Band 6:

Hans Jürgen Pirner:

Das Unbestimmte und das Bestimmte

Ein Versuch, das Bestimmte und Unbestimmte zusammen zu denken

 

Unser modernes Wissen gleicht Inseln im Ozean der Unbestimmtheit. An seinen undefinierten Rändern vagabundieren Unsicherheit, Indeterminiertheit, Vagheit und Unentschiedenheit. Der Autor referiert an detaillierten Beispielen die neuesten Forschungen zu komplexen Systemen und schlägt Brücken von den Naturwissenschaften zur Philosophie. Erst wenn die enormen Fortschritte und die noch unverstandenen Grenzgebiete, das Bestimmte und das Unbestimmte, zusammen gesehen werden, kann sich unser Wissen über Fachgrenzen hinaus entfalten. Spezielle Methoden dazu aus der Informationstheorie, Hermeneutik und Zeichentheorie werden dargestellt.

 

Schrften des MK - Band 5 - Brunn et al

Band 5:

Brunn, Frank Martin
Bartram, Claus R.
Fuchs, Thomas (Hg.):

Menschenbilder und Wissenschaftskulturen.

Studien aus dem Marsilius-Projekt "Menschenbild und Menschenwürde"

 
Die Fortschritte der biomedizinischen Wissenschaften stellen vielfach das tradierte Menschenbild in Frage, indem sie zentrale Aspekte wie Personalität, Subjektivität und Freiheit zunehmend auf genetische, neuronale, hormonelle oder vergleichbare biologische Prozesse zurückführen. Dadurch erscheint das menschliche Leben besonders an seinen Grenzen für technische Eingriffe verfügbar. Im Kontext der damit häufig einhergehenden naturalistischen Beschreibungen des Menschen werden der Sinn, die Reichweite und die Begründung der Menschenwürde in unserer Gesellschaft zunehmend strittig.
 

Das Heidelberger Marsilius-Projekt „Menschenbild und Menschenwürde“ nahm in drei interdisziplinären Teilprojekten Anfang und Ende des menschlichen Lebens sowie das Verhältnis von traditionell hermeneutisch geprägten Menschenbildern zum neurowissen-schaftlichen Menschenbild in den Blick. Der vorliegende Band stellt in zwölf Studien aus Ethnologie, Philosophie, Theologie, Psychiatrie, Medizin, Bioethik und Rechtswissen-schaften Ergebnisse aus dem Projekt vor.

Cover Kruse

Band 4:

Andreas Kruse (Hg.):

Kreativität im Alter

Die Lebensphase Alter wird in der Theoriebildung wie auch im gesellschaftlichen Diskurs viel zu selten mit Möglichkeiten zur kreativen Problemlösung und Lebensgestaltung verbunden. Hier möchte vorliegender Band eine Lücke schließen: Die in diesem Band versammelten Beiträge gehen der Frage nach, welche Potenziale zur Kreativität ältere Menschen besitzen und inwieweit durch gesellschaftliche und kulturelle Rahmen-bedingungen diese Potenziale verwirklicht werden können.

Dabei wird eine multidisziplinäre Sicht eingenommen: Psychologische, soziologische, medizinisch-psychologische, politikwissenschaftliche und theologische Perspektiven auf Kreativität werden entfaltet und empirisch fundiert. Zudem findet sich ein umfassender Beitrag zu praktischen Beispielen der Kreativität älterer Menschen, die aus dem von der Robert Bosch Stiftung ausgelobten Otto Mühlschlegel Preis Zukunft Alter hervorgegangen sind. Diese zeigen in beeindruckender Weise, zu welchen schöpferischen Leistungen ältere Menschen fähig sind, wenn sie entsprechende gesellschaftliche und kulturelle Impulse erhalten.

Band 3 Fuchs - Schwarzkop _gr _ _e Ge _ndert_

Band 3:

Fuchs, Thomas
Schwarzkopf, Grit (Hg.)

Verantwortlichkeit – nur eine Illusion?

Der Band gibt in neunzehn Beiträgen den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Diskussion zu Willensfreiheit, Determinismus und Verantwortlichkeit in praktischen Kontexten wieder. Er klärt zunächst die genannten Begriffe, um dann die wichtigsten Methoden und Ergebnisse der Hirnforschung zu präsentieren. Diese Forschungsergebnisse werden im Weiteren philosophisch interpretiert und innerhalb ethischer Koordinaten bestimmt. Abschließende Beiträge reflektieren ihre Anwendung auf die Gebiete der Rechtssprechung und Demenzforschung. Damit eröffnet der Band ein breites Spektrum interdisziplinärer Perspektiven auf ein vieldiskutiertes Thema.

Rezension: Wissenschaftlicher Literaturanzeiger, 15.11.2011

Band 2 Fuchs-kruse-schwarzkopf _gr _ _e Ge _ndert_

Band 2:

Fuchs, Thomas
Kruse, Andreas
Schwarzkopf, Grit (Hg.)

Menschenbild und Menschenwürde am Ende des Lebens

Die Bilder vom Menschen am Lebensende weisen eine große Spannweite auf. Nicht alle sind anziehend, vieles stößt ab. Und oft scheint der sterbende Mensch seine Würde zu verlieren. Erkennen wir jedoch, dass auch das Sterben ein menschlisches Maß hat, so kann die Würde des Menschen am Lebensende neu hervortreten. - Vierzehn Beiträge aus acht verschiedenen Wissenschaften erkunden Menschenbild und Menschenwürde am Lebensende. Sie dokumentieren den internationalen Kongress, der vom Interdisziplinären Forum für Biomedizin und Kulturwissenschaft (IFBK) vom 8. bis 10. Mai 2008 an der Universität Heidelberg durchgeführt wurde.

1. Auflage 2010
2. Auflage 2012

Rezension bei socialnet.de

Rezension in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) vom 3.11.2011, S. 36 (frei zugänglicher Auszug, vollständiger Artikel kostenpflichtig)

Band 1 Fr _hwald _gr _ _e Ge _ndert_

Band 1:

Wolfgang Frühwald

"Lies nur die Linken Seiten eines Buches!"
Über Mehrung und Zerfall moderner Wissenswelten

Marsilius-Vorlesung vom 19.2.2009

Wissen, Wissenskritik und Wissensmehrung sind für die Entwicklung und den Wohlstand der Menschen unentbehrlich. Der anschwellenden Fülle des Wissens entsprechen die technischen Werkzeuge ihrer Speicherung und Verbreitung, die sich aber mit jedem Entwicklungsschritt vom Fassungsvermögen des Einzelnen entfernen. So wird die von Hans Magnus Enzensberger gefundene Formel: "gespeichert d. h. vergessen" realer von Tag zu Tag. Es entstehen elitäre Expertenkulturen, deren rationale Kälte die verbreitete Flucht der Menschen in Esoterik und Geheimlehren beschleunigen. Dieser Essay plädiert mit Nachdruck für die Erinnerung daran, dass Entstehung, Entwicklung und Anwendung von Wissen gesellschaftlich verwurzelt sind, dass Wissen sozial gebundene Information ist. Die Schatzhäuser des Wissens und dieses selbst bleiben nur dann von einem neuen Bildersturm verschont, wenn den Vielen bewusst ist: Neues Wissen garantiert das Überleben der Menschheit in Würde und erleichtert unser aller Leben.


 

 

 

 

 

 

 

Seitenbearbeiter: Geschäftsstelle
Letzte Änderung: 17.02.2017