EURAT - Ethische und rechtliche Aspekte der Totalsequenzierung des menschlichen Genoms

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EURAT ist ein Projekt zu normativen Fragen der Totalsequenzierung, das Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Heidelberg inklusive des Universitätsklinikums, des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Europäischen Laboratoriums für Molekularbiologie (EMBL), des Max Planck Instituts (MPI) für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, sowie der Forschungsstelle für Gesundheitsökonomie der Universität Hannover vereint. Das Projekt wird vom Marsilius-Kolleg gefördert.


2007 gelang erstmals die Sequenzierung von Genomen individueller Personen. Der wissenschaftliche Erkenntnisfortschritt in der Erforschung des menschlichen Genoms stellt uns vor neue ethische und rechtliche Fragen. Die enorme Bedeutung, die genetische Informationen für das Verständnis von „Krankheit“ und „Gesundheit“ gewonnen haben, verändert das menschliche Selbstverständnis und hat Kontroversen um den verantwortlichen Umgang mit den neuen technologischen Möglichkeiten ausgelöst. Fragen nach der Genauigkeit und Aussagekraft von „genetischen Daten“ und Risikoprofilen, den Mustern der Interpretation, Bedeutungszuschreibung und der Korrelation genetischer Informationen mit anderen medizinisch relevanten Daten sind dabei eng verknüpft mit normativen und kulturellen Fragen nach Regeln für den Einsatz und Umgang mit dieser Technologie.
 

Zehn Wissenschaftler aus der Universität, dem Heidelberger Universitätsklinikum, dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), dem Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) und dem Max-Planck-Institut (MPI) für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht bearbeiten normative Fragen auf den Feldern von Ethik und Recht sowie die ökonomischen Aspekte der Totalsequenzierung. Sie wollen Heidelberg als Standort der Genom- und Tumorforschung auch zu einem Ort der Diskussion um die normativen Dimensionen der Genomforschung machen.

 

EURAT verfolgt drei Ziele:

  1. Politikberatung und Erarbeitung von Stellungnahmen, die in Gesetzgebungsverfahren in Deutschland sowie in die internationalen Diskussionen um die Definitionen von Standards und Regelungen für die Arbeitsfelder eingebracht werden sollen;
  2. Qualifizierung der Diskussion in der breiteren Öffentlichkeit um Chancen und Risiken dieser Forschung;
  3. Aufbau einer national und international sichtbaren Plattform in Heidelberg, auf der kontinuierlich und fächerübergreifend die betroffenen Wissenschaften an den normativen Fragen arbeiten, die durch die Forschung aufgeworfen werden.

 

Die Projektarbeit hat im März begonnen. Ausführliche Informationen zu EURAT finden Sie unter:

http://www.uni-heidelberg.de/totalsequenzierung/

 

 

Seitenbearbeiter: Geschäftsstelle
Letzte Änderung: 20.01.2016
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