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Historisches Seminar

Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
 

Kontakt:

Tanja.Penter@zegk.uni-heidelberg.de


 

Prof. Dr. Tanja Penter

Fellow-Klasse 2018-19

 

Forschungsgebiete:

  • Osteuropäische Geschichte
  • Geschichte Russlands, der Ukraine und der Sowjetunion im 19./ 20. Jh.
  • trilaterale Forschungskooperation zu „Zivilen Opfern im Zweiten Weltkrieg“
  • Besatzungserfahrung, Zwangsarbeit, Kollaboration und Holocaust
  • Diktaturvergleich Stalinismus - Nationalsozialismus
  • Transitional justice: Verfolgung von NS- und Kriegsverbrechen, Entschädigung von NS-Opfern in Osteuropa
  • Post-sowjetische Erinnerungskulturen und oral history
  • soziale und nationale Bewegungen in der Russischen Revolution 1917
  • sowjetischer Afghanistan-Krieg, sowjetische Technopolitik und nukleare Landschaften

Lebenslauf

  • Seit Oktober 2013 Professorin für Osteuropäische Geschichte an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
  • Juli 2016 Ruf auf die Professur für Osteuropäische Geschichte (W3) an der Universität Bielefeld (abgelehnt)
  • 2010-2013 Vertretungsprofessur für Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts u.b.B. Mittel- und Osteuropas an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg
  • WS 2008/09 Vertretung des Lehrstuhls für Geschichte Osteuropas an der Humboldt-Universität Berlin
  • Januar 2008 Habilitation an der Ruhr-Universität Bochum
  • 2007-2010 Geschäftsführerin des internationalen Forschungsprojektes zur Entschädigung von ehemaligen NS-Zwangsarbeitern an der Ruhr-Universität Bochum
  • 2004-2006 Lise-Meitner-Stipendiatin des Landes NRW
  • 2004-2005 Pearl-Resnick postdoctoral fellow am Center for Advanced Holocaust Studies des US Holocaust Memorial Museum in Washington D.C.
  • 2001-2003 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für soziale Bewegungen der Ruhr-Universität Bochum im Forschungsprojekt „Zwangsarbeit im Kohlenbergbau“
  • 1999 Promotion an der Universität Köln
  • 1995-1996 DAAD-Auslandsstipendium in Kiev und Moskau
  • 1992-1993 DAAD-Auslandsstipendium an der Universität Odessa
  • 1990-1991 Auslandssemester an der Universität Wolgograd
  • 1987-1995 Studium an der Universität Köln
  • 1987 Abitur am Gymnasium Hohenlimburg (Hagen)
  • 1967 geb. in Letmathe/ Iserlohn

Mitgliedschaften und Funktionen:

  • Mitglied der Deutsch-Russischen Historikerkommission
  • Mitglied der Deutsch-Ukrainischen Historikerkommission
  • Mitglied des wiss. Beirats des DHI Moskau
  • Wissenschaftliche Direktorin des Siebenbürgen-Instituts
  • Mitglied im Vorstand des International Committee for the History of the Second World War


Arbeitsvorhaben

Fragile Identitätskonstruktionen unter der Bedingung sozialer Traumatisierung – Selbstnarrationen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus dem 2. Weltkrieg und von Flüchtlingen heute.

In dem Projekt sollen Gewalterfahrungen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in verschiedenen historischen und aktuellen Kontexten untersucht werden, um so ein besseres Verständnis der Verarbeitung sozialer Traumata zu erhalten sowie zeit- und kontextübergreifende Verarbeitungsmuster besser identifizieren zu können. Die Projektergebnisse sollen erstens dem Diskurs über Folgen sozialer Traumata für die Identitätskonstruktion dienen, zweitens potentielle Resilienzfaktoren ermitteln sowie drittens die Rolle des Sprechens und Schreibens über Gewalt in Form der Selbstnarration bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen aufdecken.

Hierzu wird mit zwei zeitlich weit auseinanderliegenden konkreten Fallbeispielen gearbeitet: Zum Einen werden Tagebücher von sowjetischen Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus der Zeit der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg betrachtet. Dabei sollen in den Tagebuchdokumenten Muster der Verarbeitung der verschiedenen Kriegs- und Gewalterfahrungen, aber auch der Konstruktion des narrativen Selbst erkannt werden. Zum Anderen werden die Gewalterfahrungen und aktuellen Verarbeitungsformen von syrischen Flüchtlingen (Jugendlichen und jungen Erwachsenen) untersucht. Hier sollen ebenfalls Tagebücher aber auch moderne Formen des Tagebuchs wie Handyfotos oder Selfies und Blogeinträge gesammelt und ergänzt durch Interviews qualitativ ausgewertet werden. Wir gehen davon aus, dass die Untersuchung und der Vergleich dieser Narrationen über verschiedene Zeiten und Räume hinweg einen erheblichen Erkenntnisgewinn über den Einfluss von Gewalterfahrungen im Rahmen sozialer Traumata auf die Identitätskonstruktion von Jugendlichen und jungen Erwachsenen ergibt.

 

Ausgewählte Publikationen:

  • Kohle für Stalin und Hitler. Leben und Arbeiten im Donbass 1929-1953, Essen 2010.
  • Odessa 1917. Revolution an der Peripherie, Beiträge zur Geschichte Osteuropas Bd. 32, Böhlau Verlag Köln 2000.
  • _____, Esther Meier (Hg.): Sovietnam – Die UdSSR in Afghanistan 1979-1989, Ferdinand Schöningh Paderborn 2017.
  • Compensation for Nazi forced labour in post-Soviet Russia and Belarus, in: C. Goschler (ed.): Compensation in Practice, New York, Oxford 2017, S. 211-238.
  • Local Collaborators on Trial. Soviet war crimes trials under Stalin (1943-1953), in: Cahiers du Monde russe, 49/ 2-3 (2008), S. 341-364.
  • Die belarussische Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“ – Zwangsarbeiterentschädigung im Schatten der Lukašenka-Herrschaft, in: C. Goschler (Hg.), Die Entschädigung von NS-Zwangsarbeit am Anfang des 21. Jahrhunderts, Bd. 4: Helden, Opfer, Ostarbeiter. Das Auszahlungsprogramm in der ehemaligen Sowjetunion, Göttingen 2012, S. 104-193.
  • Zwischen Misstrauen, Marginalität und Missverständnissen. Zwangsarbeiterentschädigung in  Russland, Litauen und Lettland, in: C. Goschler (Hg.), Die Entschädigung von NS-Zwangsarbeit am Anfang des 21. Jahrhunderts, Bd. 4: Helden, Opfer, Ostarbeiter. Das Auszahlungsprogramm in der ehemaligen Sowjetunion, Göttingen 2012, S. 194-280.
  • _____, Dmytro Tytarenko: Local memory on War, German occupation and postwar years: an oral history project in the Donbass, in: Cahiers du Monde russe, 52/ 2-3 (2011), S. 475-497.
  • The Unemployed Movement in Odessa in 1917: Social and National Revolutions between Petrograd and Kiev, in: S. Badcock/ L. Novikova/ A. Retish (Hg.): Russia’s Revolution in Regional Perspective (Russia’s Home Front in War and Revolution, Bd. 1), Bloomington, Indiana 2015, S. 267-296.
  • _____, Guido Hausmann: Der Gebrauch der Geschichte. Ukraine 2014: Ideologie vs. Historiographie, in: Osteuropa, Vol. 64, H. 9-10 (2014), S. 35-50.
Seitenbearbeiter: Geschäftsstelle
Letzte Änderung: 15.02.2018
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