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Zentralinstitut für Seelische Gesundheit

Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
 

Kontakt:

kiefer@uni-heidelberg.de


 

Prof. Dr. Falk Kiefer

Fellow-Klasse 2018-19

 

Forschungsgebiete:

  • Neurobiologie von Präferenzverhalten
  • Lernen Gedächtnis, Neuroplastizität
  • Ätiologie und Therapie von Suchterkrankungen
  • Neuropsychopharmakologie

Lebenslauf

  • Geboren: 02.02.1969 in Hannover; verheiratet, 2 Kinder (15 und 17 Jahre)
  • 1990 bis 1996 Medizinstudium an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen; 1996 Promotion (Dr. med.)
  • 1996 bis 2002 Ausbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie und der der Neurologischen Klinik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf
  • 2005 Univ.-Prof. für Psychiatrie und Psychotherapie, Schwerpunkt Suchtforschung, Universität Heidelberg, Stellvertretender Ärztlicher Direktor, Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim, Leiter der Arbeitsgruppen „Neuroenhancement“ und „Translationale Suchtforschung“
  • Seit 2010 Vorstandsmitglied/Schatzmeister/President elect der Deutschen Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie (DG-Sucht)
  • Seit 2011 Editor-in-Chief des Fachjournals „European Addiction Research“
  • Seit 2012 President/vice president der Sektion “Addictive Behaviours” der European Psychiatric Association (EPA)
  • Seit 2016 Ärztlicher Direktor Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim, Lehrstuhl für Suchtforschung, Universität Heidelberg


Arbeitsvorhaben

Gesundheit als Leitidee. Historische Kontexte und Normen und ihre Auswirkung auf gesundheitsorientiertes Verhalten.

Die Idee der Gesundheit tritt heute anstelle älterer Orientierungen, worin sich ihr historischer Wandel manifestiert. Leitideen bestimmen menschliches Handeln nicht aufgrund natürlicher Überzeugungskraft. Sie werden implementiert und durch Verknüpfung mit Kontextfaktoren verbindlich gemacht. Dies erfolgt durch institutionelle Steuerung, durch Wissensvermittlung, durch Reklame. Der institutionalisierte Umgang mit der Krankheit, die arbeitsteilige Gliederung nach Lebensaltern und Berufen und der Individualisierungsgrad einer Gesellschaft sowie politische, rechtliche und wirtschaftliche Interessen bedingen maßgeblich, was jeweils unter Gesundheit verstanden wird. Bei der Untersuchung der Formierungs- und Umformierungsprozesse der Gesundheitsidee sind neben medizingeschichtlichen Sachverhalten auch religiöse und kulturelle Leitideen zu berücksichtigen, mit denen sich das Streben nach Gesundheit verbindet. Deutlich wird dies beispielsweise in der Rezeption der psychischen- und Suchterkrankungen, die mal als Strafe, Sünde oder Laster, mal als unvermeidbare Folge eines Gesellschaftssystems, mal als Krankheitsbild komplett verleugnet, mal idealisiert und mal als Absatzmarkt für psychotrope Substanzen erscheinen. Gesundheit erweist sich als plural: synchron als Gleichzeitigkeit verschiedener Gesundheitsvorstellungen, diachron als Abfolge und Ablösung verschiedener Konzeptionen über längere Zeiträume hinweg. Der historische Vergleich mittelalterlicher und gegenwärtiger Gesundheitskonzepten bezweckt eine Archäologie gegenwärtig sich vollziehenden Wandels und der gegenwärtigen Funktionalisierungen von Gesundheit für verschiedene Belange. Die so herausgestellte Relativität der scheinbar fraglos geltenden Norm ist sodann als Bedingung und Herausforderung für je aktuelle Gestaltungen der Leitidee auszuweisen, die neben Chancen (z.B. Leidensminderung, Freiheitsräume, Zufriedenheit und Effizienz) auch Risiken bergen (Obstruktion von Freiheit, individueller Zwang zur Selbstoptimierung, Manipulierbarkeit).

 

Ausgewählte Publikationen:

  • Kiefer F, Jahn H, Tarnaske T, Helwig H, Briken P, Holzbach R, Kämpf P, Stracke R, Baehr M, Naber D, Wiedemann K (2003) Comparing and combining naltrexone and acamprosate in relapse prevention of alcoholism: a double-blind, placebo-controlled study. Archives of General Psychiatry 60: 92-99.
  • Grosshans M, Vollmert C, Vollstädt-Klein S, Tost H, Leber S, Bach P, Bühler M, von der Goltz Ch, Mutschler J, Loeber S, Hermann D, Wiedemann K, Meyer-Lindenberg A, Kiefer F (2012) Association of leptin with food cue-induced activation in human reward pathways. Archives of General Psychiatry 69(5):529-37
  • Buch S, Stickel F, Trépo E, Way M, Herrmann A, Nischalke HD, Brosch M, Rosendahl J, Berg T, Ridinger M, Rietschel M, McQuillin A, Frank J, Kiefer F, et al. (2015). A genome-wide association study confirms PNPLA3 and identifies TM6SF2 and MBOAT7 as risk loci for alcohol-related cirrhosis. Nature Genetics, 47:1443-1448
  • Kiefer F, Jahn H, Keller M, Naber D, Wiedemann K (2001) Leptin as a possible modulator of craving for alcohol. Archives of General Psychiatry 58: 509-510
  • Kiefer F, Witt SH, Frank J, Richter A, Treutlein J, Leménager T, Nöthen MM, Cichon S, Batra A, Berner M, Wodarz N, Zimmermann US, Spanagel R, Wiedemann K, Smolka MN, Heinz A, Rietschel M, Mann K (2011). Involvement of the atrial natriuretic peptide transcription factor GATA4 in alcohol dependence, relapse risk and treatment response to acamprosate. Pharmacogenomics J 11(5):368-74
  • Jorde A, Bach P, Witt SH, Becker K, Reinhard I, Vollstädt-Klein S, Kirsch M, Hermann D, Charlet K, Beck A, Wimmer L, Frank J, Treutlein J, Spanagel R, Mann K, Walter H, Heinz A, Rietschel M, Kiefer F (2014) Genetic Variation in the Atrial Natriuretic Peptide Transcription Factor GATA4 Modulates Amygdala Responsiveness in Alcohol Dependence. Biological Psychiatry 75(10):790-7
  • Vollstädt-Klein S, Loeber S, Kirsch M, Bach P, Richter A, Bühler M, von der Goltz C, Hermann D, Mann K, Kiefer F (2011) Effects of cue-exposure treatment on neural cue reactivity in alcohol dependence: A randomized trial. Biological Psychiatry 69(11):1060-6
  • Kirsch M, Gruber I, Ruf M, , Kirsch P*, Kiefer F* (2016). Real-time fMRI neurofeedback can reduce striatal cue reactivity to alcohol stimuli – results from a pilot study. Addiction Biology  21:982-92 * equal contribution
  • Kiefer F, Kirsch M, Bach P, Hofmann S, Reinhard I, Jorde A, von der Goltz C, Mann K, Loeber S, Vollstädt-Klein S (2015) Effects of D-cyloserine on extinction of mesolimbic cue-reactivity: a randomized, placebo-controlled trial. Psychopharmacology 232: 2353-62.
  • Vollstädt-Klein S, Loeber S, Richter A, Bach P, Kirsch M, Bühler A, von der Goltz C, Mann K, Kiefer F (2012) Validating incentive salience with fMRI: association between mesolimbic cue-reactivity and attentional bias in alcohol-dependent patients. Addiction Biology 17(4):807-16 
Seitenbearbeiter: Geschäftsstelle
Letzte Änderung: 15.02.2018
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