Bereichsbild

 

Portrait Giele

 

Institut für Sinologie

Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
 

Kontakt:

enno.giele@zo.uni-heidelberg.de


 

Prof. Dr. Enno Giele

Fellow-Klasse 2017-18

 

Forschungsgebiete:

Archäologie, Kultur-, Sozial-, Institutionen- und Wirtschaftsgeschichte des chinesischen Altertums (bis 3. Jh.); antike chinesische Manuskripte, v.a. auf Holz, Bambus und Seide; Geld in den Kulturen der alten Welt; Kommunikation, Literalität und Öffentlichkeit im alten China und anderen Kulturen der alten Welt; Militärgeschichte des ersten chinesischen Kaiserreichs (Vergleich China-Rom); kultureller, technologischer und wirtschaftlicher Austausch entlang der Seidenrouten; Reliefs der Han-Zeit


 

Lebenslauf

 

  • 1986-1995: Studium der Japanologie, Sinologie und Koreanistik, FU Berlin
  • 1997-1999:  Forschungsassistenz, Institute of History and Philology der Academica Sinica
  • 2000-2002: Forschungsassistenz, Ostasiatisches Seminar der FU Berlin
  • 2001: Promotion, FU Berlin
  • 2002-2008: Wissenschaftlicher Assistent, Institut für Sinologie und Ostasienkunde, Westfälische Wilhelms-Universität, Münster
  • 2008-2011: Assistenz-Professur am Department for East Asian Studies, University of Arizona, Tucson
  • 2011: Habilitation am Institut für Sinologie und Ostasienkunde, Universität Münster
  • 2012-heute: Professur für Klassische Sinologie am Institut für Sinologie, Universität Heidelberg



Arbeitsvorhaben

Geldpolitik und Inflation in der Vormoderne am Beispiel des frühen China

Seit vielen Jahrzehnten versorgt uns die chinesische Archäologie mit immer neuen spektakulären Funden. Dazu zählen nicht nur materielle Schätze wie das im letzten Jahr gefundene Grab des Markgrafen von Haihun mit über 10 Tonnen Münzen und über 50 kg Reingoldbarren, sondern auch zehntausende von Handschriften auf Holz, Bambus und Seide. Diese Texte, in Verbindung mit den Münz- und Edelmetallfunden, erlauben erstmals völlig neue Sichtweisen auf antikes chinesisches Wirtschaftsgeschehen. Dieses sticht im internationalen Vergleich (etwa mit der römischen, griechischen oder persischen Welt) nicht nur durch seine mono-denominationale Bronze- (anstatt Silber- oder Gold-)Währung hervor, sondern eignet sich durch die dichte Befundlage auch besonders gut für die Untersuchung von Preisschwankungen.

Ziel dieses Projektes ist es daher, einerseits historische Berichte über extrem inflationäre Entwicklungen und Geldpolitik im frühen chinesischen Kaiserreich (221 vuZ – 220 uZ) zu untersuchen, und diese mit Daten zu archäologischen Münz-, Metall- und Minenfunden abzugleichen, andererseits die beobachten Phänomene mit Hilfe wirtschaftswissen¬schaftlicher Modelle näher zu beleuchten, welche bislang noch kaum an diese Daten herangetragen wurden. Gleichzeitig soll untersucht werden, ob die Nutzung dieser von Geldtheoretikern bislang weitgehend unbeachteten Datensätze möglicherweise zu einer Justierung und Schärfung der auf Verallgemeinerbarkeit bedachten volkswirtschaftlichen Modelle führen kann.

 

Ausgewählte Publikationen:

  • i. Ers.: "Inflation in Ancient China". Elisa Sabattini & Christian Schwermann, hg.: Proceedings für das Panel "Early Chinese Economic Thought and Practice in Their Socio-Political Context: Arguments, Approaches, Objectives" der EACS-Jahreskonferenz 2014 in Braga.
  • 2015: (mit Klaus Oschema & Diamantis Panagiotopoulos): "Siegeln, Stempeln und Prägen". Thomas Meier et al., hg.: Materiale Textkulturen. Konzepte – Materialien – Praktiken, Berlin: De Gruyter.
  • 2006: Imperial Decision-Making and Communication in Early China. A Study of Cai Yong’s Duduan. Opera sinologica 20, Wiesbaden: Harrassowitz.
  • 2003: "Using Early Chinese Manuscripts as Historical Source Materials". Monumenta Serica (St. Augustin) 51.2003.
  • 2010: "Excavated manuscripts: context and methodology". Michael Nylan & Michael Loewe, hg.: China’s Early Empires. A Re-appraisal, Cambridge UP.
  • 2009: "Kodai no shikiji nōryoku wo ikaga ni hantei suru no ka—Kandai gyōsei monjo on jirei kenkyū" [Wie lässt sich Literalität in der Antike überprüfen? Eine Studie mit konkreten Beispielen aus der Verwaltungskorrespondenz der Han-Zeit]. Takata Tokio, hg.: Sanzennen no kanji, Kyoto: Rinsen shoten, 2009.
  • 2015: "Private Letter Manuscripts from Early Imperial China". Antje Richter, hg.: A History of Chinese Letters and Epistolary Culture, Leiden: Brill.
  • 2015: (mit Jörg Peltzer & Melanie Trede): "Rollen, Blättern und (Ent)Falten". Thomas Meier et al., hg.: Materiale Textkulturen. Konzepte – Materialien – Praktiken, Berlin: De Gruyter.
  • 2004: "'Yū' seikō: Shin Kan jidai wo chūshin ni" (Tomiya Itaru, üb.) [Über das Postwesen der Qín- und Hàn-Zeiten]. Tōyōshi kenkyū (Kyoto) 63:2.2004.
  • 2006: "Das Wandmalereigrab im Dorf Bǎizǐ, Kreis Xúnyì", Shǎnxī. Michael Friedrich hg.: Han-Zeit. Festschrift für Hans Stumpfeldt aus Anlaß seines 65. Geburtstages, Wiesbaden: Harrassowitz, 2006.

 

Seitenbearbeiter: Geschäftsstelle
Letzte Änderung: 01.06.2017
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